Obdachlos aber warm


Mit der raumgreifenden Marktwirtschaft ist es aus unterschiedlichen Gründen wieder salonfähig geworden, offene Feuerstellen zu betreiben. Viele versprechen sich Behaglichkeit oder vorweihnachtlichen Gefühlen und für manche ist das Feuern mit Holz auch eine bezahlbare Alternative für eine Beheizung der temporären, nicht festen Unterkunft. Vor allem in den Abendstunden im Frühjahr und Herbst, wenn die Warmluftschächte vor den Konsumtempeln nicht in Betrieb sind, leistet ein offenes Feuer doch mitunter ein erfreuliches Maß an Lebensqualität. 

In Deutschland gibt es nach Angaben des Bundesverband der Obdachlosen etwa 48.000 sogenannter temporäre Einzelfeuerstellen.

Um der steigenden Luftverschmutzung durch unsachgemäß betriebene Feuer durch Obdachlose entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung Maßnahmen ergriffen und in der Überarbeitung der 1. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz festgeschrieben.

  1. Für eine Verbrennung zulässig ist nur naturbelassenes Holz (Scheitholz, Holzspäne, -pellets oder -briketts), welches genügend lange abgelagert ist. Genauere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber „Obdachlos? Heizen mir Holz!“
  2. In einem festgelegten Stufenplan sind innerstädtische Übernachtungsplätze regelmäßig zu tauschen.
  3. Offene Feuer dürfen nur gelegentlich betrieben werden.
  4. Betreiber von offenen Feuern müssen sich an diese Vorgaben halten. Der Bezirksschornsteinfeger überprüft deren Einhaltung spontan und ohne Voranmeldung.

Das Feuern mit Holz verursacht, auch wenn es sachgerecht vorgenommen wird, deutlich größere luftverschmutzende Emissionen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es in einigen Einkaufsmeilen zu kurzzeitigen Belastungen mit Feinstaub oder polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen kommen kann – insbesondere dann, wenn in der konsumstarken Vorweihnachtszeit viele Wärmefeuer gleichzeitig betrieben werden müssen, um den Glanz der einkommensstarken Bevölkerungsgruppen durch die Gegenwart der finanziell Abgehängten künstlich aufzupolieren.

Die Karawane zieht weiter … dä Sultan hät Doosch!

In Idlib, der letzten syrischen Rebellenhochburg, versuchen Al-Kaida nahestehende Milizen den Vormarsch des Assad-Regimes zu stoppen.

Unter ihnen sind noch 60 Islamisten aus deutschen Landen, die sich dort im Glaubenskrieg verdingen.

Die Stimmung sei natürlich nicht so, wie zu siegreichen Zeiten. Aber die Menschen seien optimistisch, so die Aussage eines Kämpfers.

Trost spendet dabei heimisches Kulturgut.

Teure Freizeitgestaltung

Die Gestaltung der Freizeit hat mit den letzten Generationen eine erhebliche Veränderung erfahren.

Dienten die arbeitsfreien Tage vor Jahren noch überwiegend der Regeneration der Arbeitskraft, so hat die Freizeit heute durch Umfang, Möglichkeit und Ausstattung an Bedeutung gewonnen.

In der modernen Gesellschaft der 2020er ist die Freizeit einerseits eine völlig eigene Dimension des Lebensstils, aber auch ein Spiegel der sozialen Spaltung einer Gemeinschaft.

Der Unterschied in der Gestaltung der Freizeit bringt materielle Ungleichheiten brutalst zu Tage.

So bleibt nach wie vor den finanziell abgehängten Bevölkerungsschichten ein eher rudimentäres Angebot an Freizeiteinrichtungen, gelegentlich vielleicht ein kreditfinanzierter Kurzurlaub auf einer spanischen Insel.

Dem Vermögenden hingegen ist es möglich, auch nach der neuesten Preisanhebung, an Demonstrationen, Widerstand gegen Staatsbedienstete oder vielleicht auch nur an einer politischen Kundgebung teilzunehmen.

Die These, dass Unterschiede im Freizeitverhalten losgelöst von der sozialen Lage sind, kann somit nicht bestätigt werden.

Farewell Europa

Nun ist es also so weit.

Gestern, um Null Uhr, ist Europa aus dem Vereinigten Königreich ausgetreten.

Eine einjährige Übergangsphase soll die Wunden heilen und die gestörten Beziehungen sollen neu und auf Augenhöhe verhandelt werden.

Diese Trennung ist ein leuchtendes Zeichen für die europäische Demokratie. Die EU-Bürger haben entschieden, in Freiheit und Selbstbestimmung ihren eigenen Weg zu begehen.

Die Möglichkeit der Selbstbestimmung konnte immer schon Berge versetzen.

Einerseits hält die Trennung größte Chancen bereit. Der tiefe Fall der europäischen Währung läßt die Nachfrage nach Investitionsmöglichkeiten sprunghaft steigen. Auch sind Reisen nach und durch Europa deutlich günstiger geworden. Der ansteigende Tourismus bietet Chancen für all die Unternehmen, die unter dem harten Euro so gelitten haben.

Allerdings importiert Europa zur Zeit nicht nur den größten Teil ihrer Produkte für den täglichen Bedarf, sondern auch langlebige Konsumgüter aus dem Vereinigten Königreich.

Der für den Tourismus so vorteilhaft-schwache Euro sorgt bereits jetzt für deutlich steigende Preise für verschiedenste Produkte. Steigende Inflationsraten, einhergehend mit einer Schrumpfung der produzierenden Wirtschaft in Europa, könnten die Ökonomie in eine Spirale des Niedergangs führen. Eine politisch allseits gefürchtete Stagflation, also steigende Preise bei sinkende Wirtschaftsleistung, wäre die Folge.

Am Ende würde das wieder zu einer Verringerung der Steuereinnahmen führen, was zu steigender Staatsverschuldung und steigenden Zinsen mit entsprechenden Folgen auch für die Unternehmen haben wird.

Schon jetzt wurde Europa von den  Ratingagenturen abgestuft.

Politisch wird wohl eine weitere Bombe platzen: Das polnische Parlament hat gegen den Austritt aus dem Vereinigten Königreich gestimmt und leitet eine Erosion beim Zusammenhalt in Europa ein.

„Es ist wichtig zu betonen, dass dies nicht das Ende ist, sondern ein neuer Anfang“, sagte auf Nachfrage Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission.

Reden statt Grunzen


Alle Sprachen unterliegen einem ständigen Wandel.

Anglizismen, der Verlust des Genitivs, Niedergang des vollständigen Nebensatzes …

Der Sprachwandel vollzog sich in zurückliegenden Zeiten recht langsam und beständig. Die Sprache wurde schon immer an die Bedürfnisse des Sprechenden angepaßt, man war an einer verständlichen Kommunikation interessiert.

Der aktuell offenbar galoppierende Wandel unserer Muttersprache muß nicht per se als „richtig“ oder „falsch“ betitelt werden – die Veränderung der Sprache hat am Ende dazu geführt, dass sich aus den Grunzlauten der Neandertaler eine blumenreiche Sprache entwickelte, die sich unter den Augen der erstaunten Beobachter wieder in ihre ursprüngliche Verfassung zurückbildet. 

55 Grad


Zeiten, in denen es keine Zukunftsträume gibt, sind meistens Zeiten der Hysterie- weil das eigene Dasein vermutlich unter unerträglicher Langeweile kaum auszuhalten wäre.

In der Psychiatrie betrachtet man die Hysterie heutzutage nicht mehr als Krankheit, sondern benennt sie als Verhaltensstörung.

Hysterie ist nichts, was ein Patient hat, sondern etwas, was er tut: nämlich dramatisch überreagieren.

Anders verhält es sich da mit einer Virusinfektion, beispielsweise mit dem Corona-Virus. In der Tat eine Krankheit, aber kein Grund zur Hysterie.

Es braucht nur eine kurze Erhitzung von über 55 Grad Celsius und schon sind Viren inaktiv.

Allzeit im Blick

Aus 30.000 Punkten erstellt ein Mobiltelefon die Gesichts-Identifikation.

Während Sie also in die Kamera schauen, wird Ihr Gesicht eingefangen und per „mathematischer Stellvertretung“ wie ein Fingerabdruck ausgelesen und zeitgleich den Entwickler und Betreibern von Apps zur Verfügung gestellt.

So wird man Ihre Aufmerksamkeit auslesen, Ihre Interessen kennen und Ihnen personenbezogene, nach Ihren Vorlieben sortierte Werbebotschaften einspielen.

Die ständig verfügbare Gesichtserkennung eröffnet grenzenlose Möglichkeiten.

Ein weiterer Vorteil der biometrischen Merkmale: sie sind nicht veränderbar und könnten dennoch kopiert werden. So  lassen sich gottlob bereits 42 von 110 getesteten Smartphones mit einem einfachen Foto via Gesichtserkennung entsperren.

Nicht ohne die Frauen

1955 läuft der millionste VW-Käfer vom Band.

Die „Fünfziger Jahre“ gehen in die Geschichte der Bundesrepublik als das Jahrzehnt des Wirtschaftswunders ein, das erst durch die Bergbaukrise Anfang der 1960er Jahre beendet wird.
Eine Bergbaukrise haben wir nicht, schließlich gibt es den für die Krise notwendigen Bergbau gar nicht mehr.

Vom neuen Wirtschaftswunder allerdings verkündet ihre Heiligkeit, Frau Dr. Angela Merkel im November des vergangenen Jahres nach der Frage zu den Plänen bezüglich der Elektromobilität: „Wir werden in drei Bereichen ganz besonders diskutieren. […] Hierfür wollen wir eine Million Ladepunkte bis zum Jahr 2030 schaffen und hieran wird sich auch die Industrie beteiligen.“ (Zum Nachhören hier der Podcast)

Nun. Wir schreiben bereits Jahr 2020 und wir gehen im günstigsten Fall von 255 Arbeitstagen pro Jahr aus, will sagen 2550 Arbeitstagen.

Rechnen Sie mit … 1000000 : 2550 = 392 Ladestationen. Pro Tag.

Von den Vereinten Nationen wissen wir nun: Kein Wachstum ohne Frauen!
Denn laut UNO kommen beispielsweise die Entwicklungsländer nur über eine stärkere Beteiligung von Frauen zur Prosperität.

Kein Land kann auf die Arbeitskraft und Kreativität der Hälfte der Bevölkerung verzichten. Erst recht nicht, wenn es wachsen will und nach hehren Zielen strebt.

Horst verbietet

The Minister for the Inside, unser aller Horst, hat die Gruppe „Combat 18“ verboten.

Die Polizei durchforstete im Vorfeld mehrere Gebäude in der Republik.

Die Gruppierung ist europaweit aktiv und konnte sehr lange aus dem Verborgenen heraus agieren, geschützt durch viele Gesetzeslücken.

Laut Aussage des Seehofer-Ministeriums liefen die „Tätigkeiten und der Zweck dem Strafgesetz zuwider.“

Über 200 Polizisten durchsuchten Wohnungen und Geschäftsräume, es wurden dabei Rechner, Tonträger und andere Speichermedien konfisziert.

Viele Grünen-Politiker und auch die Spitze der Linkspartei nannte das Verbot einen „längst überfälligen Schritt und es bliebe ein Rätsel, warum er nicht bereits vor vielen Jahren erfolgt sei.“

Über Jahre hinweg sei die deutsche Steuerkasse mit Cum-Ex-Geschäften und vergleichbaren Steuertricks geplündert worden.

Ein Insider des Bankhauses „Merrill Lynch“ berichtet laut Mitteilung des ARD-Magazin Panorama, von verbotenen Preisabsprachen, Geschäften mit milliardenschweren Aktienpaketen und einer bisher nicht gekannten Größenordnung bei organisiertem Steuerbetrug.