Der große Alexander


Mit großen Augen staunen wir über die Artisten und Zauberkünstler, über Tierbändiger und Clowns in den Manegen und unter den Dächern der Zirkuszelte.

Viele dieser bekannten und begabten Artisten begannen ihre Karriere in fernen Ländern, auffallend viele machten die ersten Schritte in Ländern der damaligen Sowjetunion.

So auch der neue Stern am Himmel der Zauberkunst.

Aljaksandr Grigorjewitsch Lukaschenko gilt als große Hoffnung im Zirkel der Magier.

Der Weißrusse aus Kopys beeindruckt durch seine offensichtliche Leichtigkeit, mit der er vorzugsweise Damen in der Zeit eines Wimpernschlages verschwinden läßt.

Staunend läßt er seine Zuschauerschaft zurück und ein Vergleich mit anderen Magiern verbietet sich von selbst. 

Selbst Siegfried und Roy wirken im Vergleich dann doch wie drittklassige Tickser aus Winsen an der Luhe.

Lukullische Erkenntnisse

„In Zeiten von Corona“ wird dem Anhänger kulinarischer Gaumenfreuden recht viel abverlangt.
Es wird wieder mehr daheim zubereitet und wir entdecken das kommunikativ-handwerkliche Tun neu.
Nutzen wir also den angeordneten Ausnahmezustand, forschen in alten Kochbüchern und entdecken längst vergangenes Wissen.

Bon appétit!

45 Millionen Auferstehungen

Räumen wir also nach diesen seltsam anmutenden Ostertagen – so ganz ohne Stau und Schwiegermutter – die letzte Osterdekoration weg.
Die possierlichen Porzellanküken, handbemaltes Federvieh und goldbesetzte Gips-Eier finden den Weg in ein Jahr Dunkelhaft im Kellerschank.

Und 45 Millionen geschreddert Küken später feiern wir wieder Auferstehung. Versprochen.
In diesem Sinn!

Triade

Die Triade. 

Hierbei handelt es nicht, wie so oft fälschlicherweise angenommen, um die abgespeckte Version des Triathlon oder gar um die weibliche Bauform der Triangel.

Die Triade ist die kleinste Form der Gruppe, also mit einer Gruppengröße von 3, in Worten: drei.

Kennzeichnend für eine Triade ist, dass sich deren Mitglieder über einen nicht näher definierten Zeitraum in mehr oder weniger engem Kontakt zueinander befinden. Die Gruppenmitglieder der Triade verfolgen dabei entweder gemeinsame Ziele, teilen Wertvorstellungen oder es entwickelt sich innerhalb der Gruppe eine klare Rollenverteilung.

Im Gegensatz zur Dyade, im Volksmund auch „Ehe“ genannt, wo Ziele, Wertvorstellung und Rollenverteilung klar dem feministischen Teil zugeordnet werden können.

Morbus Helveticus

1688 beschrieb der Elsässer Arzt Johannes Hofer eine Krankheit, die man fortan die „Schweizer Krankheit“ benannte.

Der Arzt nannte das Leiden «Nostalgia» oder «Heimwehe».

Für Johannes Hofer wurzelte die Morbus Helveticus im übermässigen Denken an die Heimat, ausgelöst durch einen Aufenthalt in fremder oder sich fremd entwickelnder Umgebung.

Ein Phänomen, das in viral geprägten Zeiten wieder an Aktualität gewinnt.

Hygienehype

Übertriebene Hygiene, eine nahezu sterile Umgebung, läßt das Immunsystem schwächeln, es ist quasi unterfordert und kann sich nicht ausreichend entwickeln.

Dreck und Schmutz finden sich in unserer hochentwickelten Gesellschaft bestenfalls noch auf dem Land. Im Haushalt wurde sämtlichen Erregern der Krieg erklärt, mit immer aggressiveren Mitteln werden alle Keime im Haus abgetötet.

Gerade in Corona-Zeiten ist zu viel Hygiene ungesund. Damit sich das Immunsystem entwickeln kann, muss es ständig stimuliert werden.

Empfehlenswert ist deshalb der regelmäßige Kontakt zu möglichen Infektionsquellen, zum Beispiel Karnevalssitzungen oder eine Städtetour in die Lombardei.

Obdachlos aber warm


Mit der raumgreifenden Marktwirtschaft ist es aus unterschiedlichen Gründen wieder salonfähig geworden, offene Feuerstellen zu betreiben. Viele versprechen sich Behaglichkeit oder vorweihnachtlichen Gefühlen und für manche ist das Feuern mit Holz auch eine bezahlbare Alternative für eine Beheizung der temporären, nicht festen Unterkunft. Vor allem in den Abendstunden im Frühjahr und Herbst, wenn die Warmluftschächte vor den Konsumtempeln nicht in Betrieb sind, leistet ein offenes Feuer doch mitunter ein erfreuliches Maß an Lebensqualität. 

In Deutschland gibt es nach Angaben des Bundesverband der Obdachlosen etwa 48.000 sogenannter temporäre Einzelfeuerstellen.

Um der steigenden Luftverschmutzung durch unsachgemäß betriebene Feuer durch Obdachlose entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung Maßnahmen ergriffen und in der Überarbeitung der 1. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz festgeschrieben.

  1. Für eine Verbrennung zulässig ist nur naturbelassenes Holz (Scheitholz, Holzspäne, -pellets oder -briketts), welches genügend lange abgelagert ist. Genauere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber „Obdachlos? Heizen mir Holz!“
  2. In einem festgelegten Stufenplan sind innerstädtische Übernachtungsplätze regelmäßig zu tauschen.
  3. Offene Feuer dürfen nur gelegentlich betrieben werden.
  4. Betreiber von offenen Feuern müssen sich an diese Vorgaben halten. Der Bezirksschornsteinfeger überprüft deren Einhaltung spontan und ohne Voranmeldung.

Das Feuern mit Holz verursacht, auch wenn es sachgerecht vorgenommen wird, deutlich größere luftverschmutzende Emissionen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es in einigen Einkaufsmeilen zu kurzzeitigen Belastungen mit Feinstaub oder polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen kommen kann – insbesondere dann, wenn in der konsumstarken Vorweihnachtszeit viele Wärmefeuer gleichzeitig betrieben werden müssen, um den Glanz der einkommensstarken Bevölkerungsgruppen durch die Gegenwart der finanziell Abgehängten künstlich aufzupolieren.

Die Karawane zieht weiter … dä Sultan hät Doosch!

In Idlib, der letzten syrischen Rebellenhochburg, versuchen Al-Kaida nahestehende Milizen den Vormarsch des Assad-Regimes zu stoppen.

Unter ihnen sind noch 60 Islamisten aus deutschen Landen, die sich dort im Glaubenskrieg verdingen.

Die Stimmung sei natürlich nicht so, wie zu siegreichen Zeiten. Aber die Menschen seien optimistisch, so die Aussage eines Kämpfers.

Trost spendet dabei heimisches Kulturgut.

Teure Freizeitgestaltung

Die Gestaltung der Freizeit hat mit den letzten Generationen eine erhebliche Veränderung erfahren.

Dienten die arbeitsfreien Tage vor Jahren noch überwiegend der Regeneration der Arbeitskraft, so hat die Freizeit heute durch Umfang, Möglichkeit und Ausstattung an Bedeutung gewonnen.

In der modernen Gesellschaft der 2020er ist die Freizeit einerseits eine völlig eigene Dimension des Lebensstils, aber auch ein Spiegel der sozialen Spaltung einer Gemeinschaft.

Der Unterschied in der Gestaltung der Freizeit bringt materielle Ungleichheiten brutalst zu Tage.

So bleibt nach wie vor den finanziell abgehängten Bevölkerungsschichten ein eher rudimentäres Angebot an Freizeiteinrichtungen, gelegentlich vielleicht ein kreditfinanzierter Kurzurlaub auf einer spanischen Insel.

Dem Vermögenden hingegen ist es möglich, auch nach der neuesten Preisanhebung, an Demonstrationen, Widerstand gegen Staatsbedienstete oder vielleicht auch nur an einer politischen Kundgebung teilzunehmen.

Die These, dass Unterschiede im Freizeitverhalten losgelöst von der sozialen Lage sind, kann somit nicht bestätigt werden.