Teure Freizeitgestaltung

Die Gestaltung der Freizeit hat mit den letzten Generationen eine erhebliche Veränderung erfahren.

Dienten die arbeitsfreien Tage vor Jahren noch überwiegend der Regeneration der Arbeitskraft, so hat die Freizeit heute durch Umfang, Möglichkeit und Ausstattung an Bedeutung gewonnen.

In der modernen Gesellschaft der 2020er ist die Freizeit einerseits eine völlig eigene Dimension des Lebensstils, aber auch ein Spiegel der sozialen Spaltung einer Gemeinschaft.

Der Unterschied in der Gestaltung der Freizeit bringt materielle Ungleichheiten brutalst zu Tage.

So bleibt nach wie vor den finanziell abgehängten Bevölkerungsschichten ein eher rudimentäres Angebot an Freizeiteinrichtungen, gelegentlich vielleicht ein kreditfinanzierter Kurzurlaub auf einer spanischen Insel.

Dem Vermögenden hingegen ist es möglich, auch nach der neuesten Preisanhebung, an Demonstrationen, Widerstand gegen Staatsbedienstete oder vielleicht auch nur an einer politischen Kundgebung teilzunehmen.

Die These, dass Unterschiede im Freizeitverhalten losgelöst von der sozialen Lage sind, kann somit nicht bestätigt werden.

Farewell Europa

Nun ist es also so weit.

Gestern, um Null Uhr, ist Europa aus dem Vereinigten Königreich ausgetreten.

Eine einjährige Übergangsphase soll die Wunden heilen und die gestörten Beziehungen sollen neu und auf Augenhöhe verhandelt werden.

Diese Trennung ist ein leuchtendes Zeichen für die europäische Demokratie. Die EU-Bürger haben entschieden, in Freiheit und Selbstbestimmung ihren eigenen Weg zu begehen.

Die Möglichkeit der Selbstbestimmung konnte immer schon Berge versetzen.

Einerseits hält die Trennung größte Chancen bereit. Der tiefe Fall der europäischen Währung läßt die Nachfrage nach Investitionsmöglichkeiten sprunghaft steigen. Auch sind Reisen nach und durch Europa deutlich günstiger geworden. Der ansteigende Tourismus bietet Chancen für all die Unternehmen, die unter dem harten Euro so gelitten haben.

Allerdings importiert Europa zur Zeit nicht nur den größten Teil ihrer Produkte für den täglichen Bedarf, sondern auch langlebige Konsumgüter aus dem Vereinigten Königreich.

Der für den Tourismus so vorteilhaft-schwache Euro sorgt bereits jetzt für deutlich steigende Preise für verschiedenste Produkte. Steigende Inflationsraten, einhergehend mit einer Schrumpfung der produzierenden Wirtschaft in Europa, könnten die Ökonomie in eine Spirale des Niedergangs führen. Eine politisch allseits gefürchtete Stagflation, also steigende Preise bei sinkende Wirtschaftsleistung, wäre die Folge.

Am Ende würde das wieder zu einer Verringerung der Steuereinnahmen führen, was zu steigender Staatsverschuldung und steigenden Zinsen mit entsprechenden Folgen auch für die Unternehmen haben wird.

Schon jetzt wurde Europa von den  Ratingagenturen abgestuft.

Politisch wird wohl eine weitere Bombe platzen: Das polnische Parlament hat gegen den Austritt aus dem Vereinigten Königreich gestimmt und leitet eine Erosion beim Zusammenhalt in Europa ein.

„Es ist wichtig zu betonen, dass dies nicht das Ende ist, sondern ein neuer Anfang“, sagte auf Nachfrage Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission.

Reden statt Grunzen


Alle Sprachen unterliegen einem ständigen Wandel.

Anglizismen, der Verlust des Genitivs, Niedergang des vollständigen Nebensatzes …

Der Sprachwandel vollzog sich in zurückliegenden Zeiten recht langsam und beständig. Die Sprache wurde schon immer an die Bedürfnisse des Sprechenden angepaßt, man war an einer verständlichen Kommunikation interessiert.

Der aktuell offenbar galoppierende Wandel unserer Muttersprache muß nicht per se als „richtig“ oder „falsch“ betitelt werden – die Veränderung der Sprache hat am Ende dazu geführt, dass sich aus den Grunzlauten der Neandertaler eine blumenreiche Sprache entwickelte, die sich unter den Augen der erstaunten Beobachter wieder in ihre ursprüngliche Verfassung zurückbildet. 

55 Grad


Zeiten, in denen es keine Zukunftsträume gibt, sind meistens Zeiten der Hysterie- weil das eigene Dasein vermutlich unter unerträglicher Langeweile kaum auszuhalten wäre.

In der Psychiatrie betrachtet man die Hysterie heutzutage nicht mehr als Krankheit, sondern benennt sie als Verhaltensstörung.

Hysterie ist nichts, was ein Patient hat, sondern etwas, was er tut: nämlich dramatisch überreagieren.

Anders verhält es sich da mit einer Virusinfektion, beispielsweise mit dem Corona-Virus. In der Tat eine Krankheit, aber kein Grund zur Hysterie.

Es braucht nur eine kurze Erhitzung von über 55 Grad Celsius und schon sind Viren inaktiv.

Allzeit im Blick

Aus 30.000 Punkten erstellt ein Mobiltelefon die Gesichts-Identifikation.

Während Sie also in die Kamera schauen, wird Ihr Gesicht eingefangen und per „mathematischer Stellvertretung“ wie ein Fingerabdruck ausgelesen und zeitgleich den Entwickler und Betreibern von Apps zur Verfügung gestellt.

So wird man Ihre Aufmerksamkeit auslesen, Ihre Interessen kennen und Ihnen personenbezogene, nach Ihren Vorlieben sortierte Werbebotschaften einspielen.

Die ständig verfügbare Gesichtserkennung eröffnet grenzenlose Möglichkeiten.

Ein weiterer Vorteil der biometrischen Merkmale: sie sind nicht veränderbar und könnten dennoch kopiert werden. So  lassen sich gottlob bereits 42 von 110 getesteten Smartphones mit einem einfachen Foto via Gesichtserkennung entsperren.

Nicht ohne die Frauen

1955 läuft der millionste VW-Käfer vom Band.

Die „Fünfziger Jahre“ gehen in die Geschichte der Bundesrepublik als das Jahrzehnt des Wirtschaftswunders ein, das erst durch die Bergbaukrise Anfang der 1960er Jahre beendet wird.
Eine Bergbaukrise haben wir nicht, schließlich gibt es den für die Krise notwendigen Bergbau gar nicht mehr.

Vom neuen Wirtschaftswunder allerdings verkündet ihre Heiligkeit, Frau Dr. Angela Merkel im November des vergangenen Jahres nach der Frage zu den Plänen bezüglich der Elektromobilität: „Wir werden in drei Bereichen ganz besonders diskutieren. […] Hierfür wollen wir eine Million Ladepunkte bis zum Jahr 2030 schaffen und hieran wird sich auch die Industrie beteiligen.“ (Zum Nachhören hier der Podcast)

Nun. Wir schreiben bereits Jahr 2020 und wir gehen im günstigsten Fall von 255 Arbeitstagen pro Jahr aus, will sagen 2550 Arbeitstagen.

Rechnen Sie mit … 1000000 : 2550 = 392 Ladestationen. Pro Tag.

Von den Vereinten Nationen wissen wir nun: Kein Wachstum ohne Frauen!
Denn laut UNO kommen beispielsweise die Entwicklungsländer nur über eine stärkere Beteiligung von Frauen zur Prosperität.

Kein Land kann auf die Arbeitskraft und Kreativität der Hälfte der Bevölkerung verzichten. Erst recht nicht, wenn es wachsen will und nach hehren Zielen strebt.

Horst verbietet

The Minister for the Inside, unser aller Horst, hat die Gruppe „Combat 18“ verboten.

Die Polizei durchforstete im Vorfeld mehrere Gebäude in der Republik.

Die Gruppierung ist europaweit aktiv und konnte sehr lange aus dem Verborgenen heraus agieren, geschützt durch viele Gesetzeslücken.

Laut Aussage des Seehofer-Ministeriums liefen die „Tätigkeiten und der Zweck dem Strafgesetz zuwider.“

Über 200 Polizisten durchsuchten Wohnungen und Geschäftsräume, es wurden dabei Rechner, Tonträger und andere Speichermedien konfisziert.

Viele Grünen-Politiker und auch die Spitze der Linkspartei nannte das Verbot einen „längst überfälligen Schritt und es bliebe ein Rätsel, warum er nicht bereits vor vielen Jahren erfolgt sei.“

Über Jahre hinweg sei die deutsche Steuerkasse mit Cum-Ex-Geschäften und vergleichbaren Steuertricks geplündert worden.

Ein Insider des Bankhauses „Merrill Lynch“ berichtet laut Mitteilung des ARD-Magazin Panorama, von verbotenen Preisabsprachen, Geschäften mit milliardenschweren Aktienpaketen und einer bisher nicht gekannten Größenordnung bei organisiertem Steuerbetrug.

Magensonde statt Füttern

Ein runder Geburtstag möchte in diesen Tagen gefeiert werden.

Vor zehn Jahren haben fast 700 Ärzte und Ärztinnen des Helios-Konzerns in einem Brief den Erfolg von privat geführter Daseinsvorsorge ausgiebig gewürdigt.

Der „Kampf um die Einhaltung betriebswirtschaftlicher Vorgaben und Benchmark-Erfüllung“ sei an die Stelle von medizinisch motivierter Entscheidungen getreten. Ein Umgang, der gerne als „Abmahnungskultur“ beschrieben wird, verbunden mit einem zunehmend herrischen Ton gegenüber dem gesamten medizinischen Personal, zeugt von einer gelungenen Privatisierung und einem marktkonformen Auftreten.

Angebotstheoretiker befürworten diese Maßnahmen im öffentlichen Bereich, weil eine zunehmende Liberalisierung das Potential besitzt, für entscheidende Wachstumsimpulse zu sorgen.

Neben der Förderung von Wettbewerb und Wachstum sind der öffentlichen Hand gewiß die daraus resultierenden Verkaufs- und Steuereinnahmen willkommen.

Seit dem Erkennen des großen Potentials konnten in den letzten 25 Jahren in der Krankenpflege rund 50.000 Vollzeitstellen sozialisiert oder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestellt werden. Dazu versorgt eine Pflegekraft heute etwa 25% mehr Fälle als noch vor gut 20 Jahren. Der Verzicht auf examiniertes Personal unterstreicht diese einzigartige Erfolgsgeschichte.

Die jeden Monat geleisteten Überstunden entsprechen dabei 15.000 Vollzeitstellen. Ein einzigartiges Verhältnis in Europa.

Weiter Kostensenkung werden durch ausbildungsfernes Personal erreicht. Zeitverträge und das Berufsbild des neu erschaffenen „Gesundheitsassistenten“, der um vieles günstiger im Schichtdienst arbeitet und sich aus „Langzeitarbeitslosen nach Kurzlehrgang“ rekrutiert, garantieren eine Rendite von gut und gerne 15%.

Diese herausragende Rendite begründet sich vor allem in den niedrigen Kosten.
Pro Patientenfall fallen hierzulande durchschnittlich 3.908 Euro an. Das Mittel aller Industrieländer liegt bei 6.942 Euro.
Deutschland nimmt verdient einen Spitzenplatz ein und das bei Gehältern, die im Pflegebereich im Vergleich mit anderen Ländern im unteren Drittel liegen.

Mit einem herzlichen „Magensonde statt Füttern“ wünschen wir einen sonnigen zehnten Jahrestag.

Gewaltbereit

Frauen aus feministisch geprägten Familienstrukturen sind einer Studie folgend deutlich gewaltbereiter als Damen aus überwiegend väterlich geprägten Haushalten. Der Feminismus, so wie er in Deutschland gelebt würde, fördere eine brutale Verteidigung der erreichten und angestrebten gesellschaftlichen Veränderungen.

Eine besorgniserregenden Entwicklung unter jungen Frauen darf ohne Zweifel festgestellt werden: Demnach wächst die Gewalttätigkeit mit zunehmender Bildung. Zudem nehme mit der Bildung auch die Akzeptanz von Gewalt und die Nutzung gewaltverherrlichenden Medien zu.

Der falsch verstandene Feminismus fördere eine Akzeptanz der Gewalt gegen Männer.
Während junge Frauen mit steigendem Partnerwechsel weniger gewaltbereite sind, ist bei älteren, von Enttäuschungen geprägten Frauen, das Gegenteil der Fall.

Das NRW-Familienministerium hatte bereits zwei Studien unter der Überschrift „Jugendliche Feministinnen – feministische Jugend“ in Auftrag gegeben.
Die Studie „Gewalttätigkeit und geschlechterspezifische Einstellungsmuster“ aus dem Jahr 2003 und „Gewaltphänomene bei weiblichen Jugendlichen mit feministisch-geprägtem Hintergrund und Präventionsstrategien“ aus dem Jahr 2006 zeigen eindeutig: Es gibt eine gewaltverherrlichende Kultur bei einigen jungen Frauen, die ihre Wurzeln im ausgeprägten Feminismus hat.